Kita-Handbuch

Corona

Vorgehen bei einem Infektionsfall in der Kita (26.08.2020)

Bei einem Infektionsfall in der Kita gibt es keinen pauschalen Weg, der eingeschlagen wird. Die Sozialbehörde sieht eine vorübergehende Schließung der Kita als letzten Schritt, der nach Möglichkeit verhindert werden soll. So wird in Absprache mit dem Gesundheitsamt eine individuelle Lösung für die Kita abgestimmt.

Jedoch gibt es einen vorgegebenen Weg, welche Institutionen du von dem Infektionsfall in Kenntnis setzen muss:

  1. Informiere dein zuständiges Gesundheitsamt und stimme die individuellen Maßnahmen für deine Kita ab.
  2. Informiere die Kita-Aufsicht der Sozialbehörde.
  3. Informiere deine Mitarbeiter/innen und Familien über die individuellen Maßnahmen für die Kita.

Durch die individuellen Wege für Kitas ist es schwierig, sich auf einen Infektionsfall und dessen Auswirkungen vorzubereiten. Wir haben für dich einen Handlungsleitfaden erstellt, der die wichtigsten Schritte der Vorbereitung und das Vorgehen bei einem Infektionsfall enthält. Außerdem bietet er dir Platz, dir mit Hilfe einiger Leitfragen schon einmal Gedanken zu deinem individuellen Notfallplan zu machen.

Grundlagen

Handlungsleitfaden zur Vorbereitung auf einen Covid-19 Fall in der Kita

Reiserückkehrer (26.08.2020):

Allgemeine Vorgaben (26.08.2020)

Reiserückkehrerinnen, welche aus Gebieten zurückkehren, die innerhalb der letzten 14 Tage vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet ausgewiesen wurden, müssen sich nach der Ankunft unverzüglich in häusliche Quarantäne begeben. Für diese Personen gilt außerdem die Pflicht, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Fällt dieser Test negativ aus, ist die Quarantänepflicht aufgehoben.
Um der Quarantänepflicht im Vorhinein zu entgehen, können sich Rückkehrer
innen aus einem Risikogebiet bis zu 48 Stunden vor ihrer Ankunft in Deutschland ein ärztliches Zeugnis ausstellen lassen, das bescheinigt, dass es keinerlei Anhaltspunkte für eine Infektion mit COVID-19 gibt. Dieses ärztliche Zeugnis muss sich auf einen negativen Labortest beziehen und auf Deutsch oder Englisch ausgestellt sein. Hierbei werden Testungen aus Staaten der Europäischen Union und diesen Staaten anerkannt.
Sollte für ein oder mehrere Mitglieder aus einem Haushalt eine Quarantäne angeordnet worden sein, dürfen auch die Kinder aus diesem Haushalt nicht in die Kita gehen bis die Quarantäne endet oder aufgehoben wurde.

Die ausgewiesenen Risikogebiete werden regelmäßig vom Robert-Koch-Institut aktualisiert und sollten dementsprechend regelmäßig überprüft werden.

Grundlagen

Risikogebiete
Staaten, aus denen ärztliche Zeugnisse akzeptiert werden

Umgang mit Reiserückkehrern in der Kita (26.08.2020)

Wenn sich Mitarbeiter/innen nach ihrer Rückkehr von einer Quarantäne haben "freitesten" lassen, empfehlen wir dringend eine zweite Testung nach 5 bis 7 Tagen, da Testungen immer nur eine Momentaufnahme abbilden und auch die Inkubationszeit nicht unbeachtet bleiben sollte.

Wer durch ein Risikogebiet gereist ist und sich nicht darin aufgehalten hat, unterliegt aktuell keiner Quarantänepflicht. Deshalb empfehlen wir auch in diesem Fall eine Testung.

Weiterhin gilt: Wenn für eine oder mehrere Personen aus dem Haushalt Quarantäne angeordnet wurde, dürfen Kinder und Mitarbeiter/innen aus diesem Haushalt die Kita nicht betreten!

Fast Track (26.08.2020):

Wer darf zur Testung angemeldet werden? (26.08.2020)

In Hamburg gibt es das Fast Track Verfahren, bei dem sich symptomfreies Kita-Personal auf persönlichen Wunsch kostenlos auf Covid-19 testen lassen kann. Es handelt sich also um ein Angebot und niemand ist verpflichtet daran teilzunehmen!

Ausgeschlossen sind Fachkräfte, die bereits unter Quarantäne stehen, die Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatten, Reiserückkehrer aus Risikogebieten und Personen, die bereits Symptome haben.

Für diese Personen gilt jeweils das Verfahren, welches durch das Gesundheitsamt angeordnet wurde. Bei auftretenden Symptomen ist weiterhin der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder der Hausarzt einzuschalten.

Anmeldeprozess (26.08.2020)

Der Träger/die Leitung meldet die Fachkräfte anhand einer vorgefertigten Exceltabelle an. Dies ist der einzige Weg der Anmeldung! Andere Formen, wie eine einfache Mail, werden nicht berücksichtig! Wenn du diesen Anmeldebogen benutzt, sind die Angaben, die sich nicht auf die Fachkraft beziehen, schon richtig voreingestellt. Als Datum gibst du ein Datum innerhalb der nächsten 3 bis 5 Tage ein. Die Testungen finden täglich statt. Bei dringenden Fällen ist eine Testung am Folgetag möglich, wenn die Anmeldung bis spätestens 14 Uhr erfolgt. Dies gilt jedoch nur von Montag bis Freitag.
Den Anmeldebogen schickst du per Mail an coronaviruskita@soziales.hamburg.de.

Hinweis: Es gibt keine Terminbestätigung! Schicke dein/e Mitarbeiter/in am angegebenen Tag zur Testung.

Grundlagen

Anmeldebogen

Info-Seite der Stadt mit Erklärvideo für den Anmeldebogen

Testung (26.08.2020)

Die Testung findet täglich um 10 Uhr am Abnahmeort Beltgens Garten 25 (Hamm) statt.

Vor Ort unterschreibt die Fachkraft eine Datenschutzerklärung und gibt damit ihr Einverständnis, dass die Testergebnisse an die Sozialbehörde, den Kita-Träger und das zuständige Gesundheitsamt übermittelt werden.

Informationen über das Ergebnis (26.08.2020)

Bei einem negativen Ergebnis wird es keine Rückmeldung oder schriftliche Bescheinigung über das Testergebnis geben. Fällt das Ergebnis positiv aus, wirst du innerhalb von 24 Stunden vom Gesundheitsamt informiert.

Bekommst du also innerhalb von 24 Stunden keine Rückmeldung, kannst du davon ausgehen, dass der Test negativ war.

Kita-Alltag (26.08.2020):

Anweisenheitsdokumentation (26.08.2020)

Zur Vorbereitung auf einen Infektionsfall in der Kita und eine schnelle Nachverfolgung möglicher Infektionsketten ist es wichtig, dass du täglich die Anwesenheiten der Personen, die die Kita betreten haben, führst.

Externe (26.08.2020)

Externe, die die Kita betreten müssen, haben während ihres Aufenthaltes eine Mund-Nasen-Maske zu tragen und auf ausreichende Abstände zu achten.

Externe Fachkräfte, die pädagogische Zusatzangebote leisten, müssen ebenfalls auf Mindestabstände halten. Achtung: Dieser ist bei musikalischen Angeboten größer!

Wenn möglich, sollten die Zusatzangebote draußen stattfinden.

Fortbildungen (26.08.2020)

Fortbildungen sind unter den geltenden Hygienebestimmungen wieder möglich. Da dahinter oft ein erheblicher Aufwand steckt, informiere dich bei den Veranstaltern, ob und unter welchen Voraussetzungen deine Fortbildungen stattfinden.

Ausflüge (26.08.2020)

Tagesausflüge in die nähere Umgebung und zu Spielplätzen sind grundsätzlich möglich.

Ausflüge mit Übernachtungen sind durch die neue Eindämmungsverordnung weiterhin untersagt.

Elternarbeit (26.08.2020)

Die aktuelle Fassung der Hygieneempfehlungen sieht vor, dass die Elternarbeit mit der Wiederaufnahme des Regelbetriebs wieder vollumfänglich ermöglicht werden soll. Das betrifft vor Allem Elternabende und Entwicklungsgespräche. Bei allen Kontakten mit Eltern sind dabei die üblichen Hygieneregeln zu beachten.

Für Elternabende empfehlen wir abzuwägen, ob solche Veranstaltungen an der frischen Luft stattfinden können. Ansonsten sollen ausreichend Möglichkeiten zur Händedesinfektion, Lüftung und Abstandswahrung vorgehalten werden.

Finanzierung (26.08.2020):

Gutscheinweiterbewilligung bei Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit (26.08.2020)

Wenn Eltern in Kurzarbeit gehen mussten oder arbeitslos geworden sind oder werden, wird der gewohnte Gutscheinumfang für zwölf Monate weiterbewilligt.

Die Veränderung muss jedoch trotzdem der zuständigen Abteilung Kindertagesbetreuung im Bezirksamt gemeldet werden. Diese kann auch eine Neuberechnung des Familieneigenanteils durchführen, sodass Familien, deren Einkommenssituations sich verändert hat, einen geringen FEA tragen müssen.

Hinweis: Diese Regelung gilt unabhängig von Covid-19.

Grundlagen

Fachanweisung Kindertagesbetreuung

Lohnerstattung nach Infektionsschutzgesetz (26.08.2020)

Im Fall einer angeordneten Quarantäne von Arbeitnehmern kann eine Lohnerstattung nach §56 des Infektionsschutzgesetzes beantragt werden.

Verantwortlich für die Beantragung und Bearbeitung von Anträgen aufgrund einer Quarantäne im Zusammenhang mit Covid-19 ist in Hamburg das Gesundheitsamt Altona. Das gilt unabhängig davon wo die betroffene Person lebt oder wo in Hamburg der Sitz des Arbeitgebers liegt.
Die Beantragung erfolgt für jeden Arbeitnehmer einzeln und muss durch den Arbeitgeber durchgeführt werden. Ein Antrag ist bis spätestens 12 Monate nach der angeordneten Quarantäne möglich.

Eine Erstattung ist ausgeschlossen, wenn die Quarantäne aufgrund einer Reise in ein Risikogebiet ausgesprochen wird. Ein solches Risiko geht zu Lasten der jeweiligen Person und eine Regelung zum Umgang in Bezug auf die Lohnfortzahlung muss individuell getroffen werden. In einem solchen Fall steht Kindermitte dir gerne beratend zur Seite.

Hier findest du ein Merkblatt mit weiteren Fragen zu dem Verfahren.

Hinweis: Bevor du einen Antrag stellst, kontaktiere bitte das Team von Kindermitte unter info@kindermitte.org, um die Anspruchsvoraussetzungen zu klären. Den Antrag kannst du danach direkt hier stellen.