Qualität erhalten, Kindern gerecht werden
Kinder starten nicht mit den gleichen Voraussetzungen ins Leben. Herkunft, Sprache und soziale Bedingungen prägen bereits im frühen Kindesalter ihre Entwicklung. Ohne gezielte Unterstützung verfestigen sich Benachteiligungen von Anfang an. Damit alle Kinder faire Bildungs- und Teilhabechancen erhalten, braucht es frühe, bedarfsgerechte Förderung. Das Landesprogramm Kita-Plus in Hamburg ist hier ein zentrales Instrument zur Herstellung von Bildungs- und Chancengerechtigkeit im frühkindlichen Bereich. Es setzt dort an, wo Benachteiligungen entstehen – nicht dort, wo sie bereits sichtbar sind.
Kita-Plus fördert deswegen Kitas mit hohem Anteil an Kindern mit nicht deutscher Familiensprache oder besonderem Förderbedarf durch zusätzliche finanzielle Mittel für mehr Personal. Zielsetzung ist die Stärkung der Chancengerechtigkeit durch verbesserte Personalausstattung und intensive alltagsintegrierte Sprachbildung. Kita-Plus steht für Sprachförderung, Bildungs- und Sozialraumarbeit. Die fünf Schwerpunkte des Programms – alltagsintegrierte Sprachbildung, inklusive Bildung, Familienzusammenarbeit, Sozialraumvernetzung und Teamentwicklung – bilden ein zusammenhängendes Qualitätskonzept. Dieses Konzept funktioniert. Es darf nicht enden.
Fortführung von Kita-Plus über 2026 hinaus erforderlich
Seit Beginn des Jahres 2024 werden im Rahmen des Landesprogrammes Kita-Plus 440 Kitas gefördert. Um Qualitätsabbrüche zu vermeiden, ist eine Weiterführung des Programms über 2026 hinaus zwingend erforderlich. Die dauerhafte Fortführung von Kita-Plus ist notwendig, da das Programm ein unverzichtbares Instrument zur Herstellung von Bildungs- und Chancengerechtigkeit darstellt und den unterschiedlichen Lebensrealitäten dieser Stadt gerecht wird.
Soziale Ungleichheiten in Kitas wirksam ausgleichen
Alle Kinder sollen von Anfang an von guten Bildungschancen profitieren. Um dies zu ermöglichen, müssen insbesondere die Kinder stärker gefördert werden, die besondere und mehr Unterstützung brauchen. Doch Kindertageseinrichtungen können diesen Anforderungen und mit der üblichen Ausstattung nicht gerecht werden.
Hamburg ist eine bunte, vielfältige und wachsende Stadt und das Landesprogramm Kita-Plus setzt genau dort an, um Kitas zu offenen Orten für alle Kinder zu machen. Mit Kita-Plus wird durch die Finanzierung eines besseren Personalschlüssels eine dauerhafte, frühe und umfassende (Sprach-)Förderung ermöglicht und Ressourcen und zusätzliche Fachberatung für die Kitas geschaffen. So wird den Kindern nicht nur besser beim Spracherwerb geholfen, sondern auch dem Ziel nähergekommen, dass alle Kinder gleichwertig am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Frühe Förderung ist keine Sozialleistung – sie ist Bildungspolitik
Mehr Förderbedarfe und instabile Personalsituationen in Kitas in sozial belasteten Lagen machen deutlich, dass diese Einrichtungen ohne zusätzliche Ressourcen ihre pädagogischen Aufgaben nicht im gleichen Maße erfüllen können. Kita-Plus reagiert auf diese strukturelle Mehrbelastung, indem zusätzliche Personalressourcen bereitgestellt werden. Diese zusätzlichen Ressourcen sichern Qualität und Kinderschutz. Mehr Personal bedeutet mehr Zeit für Beziehung, Beobachtung und Förderung. Kita-Plus schafft die strukturellen Bedingungen, um Entwicklungsrisiken früh zu erkennen und präventiv zu handeln. Dieses frühe Ansetzen ist entscheidend, um Bildungsungleichheit zu vermeiden.
Studien belegen, dass Förderung so früh wie möglich ansetzen soll um Kinder bestmöglich zu begleiten. Grundlegende Voraussetzungen für spätere Bildungschancen werden bereits im frühen Kindesalter geschaffen. Mehr Personal und -Entwicklungsmöglichkeiten in den Kitas führen außerdem zu einer Entlastung und Bindung von Fachkräften. Kita-Plus verbessert Arbeitsbedingungen spürbar, reduziert Überlastung und erhöht die pädagogische Qualität.
Fachberatung als zentraler Bestandteil von Qualitätssicherung und -entwicklung
Ein wesentlicher qualitativer Bestandteil sind die Fachberatungen im Rahmen von Kita-Plus, die ebenso über 2026 hinaus fortgeführt werden müssen. Sie tragen wesentlich zur Weiterentwicklung und Sicherung pädagogischer Qualität in den Kitas bei. Sie bieten Orientierung, Begleitung und Unterstützung in einem komplexen Arbeitsfeld mit hohen Anforderungen für Sprachfachkräfte, Leitungen und Teams. Durch kontinuierliche Fachberatung werden professionelle Reflexion, Qualitätsprozesse und Handlungssicherheit in den gesamten Einrichtungen gestärkt. Eine Fortführung von Kita-Plus über 2026 hinaus sichert somit zentrale Unterstützungsstrukturen und trägt dazu bei, pädagogische Qualität nachhaltig zu erhalten und weiter auszubauen.
Klare Forderung: Kita-Plus dauerhaft sichern
Das Landesprogramm Kita-Plus ist in Hamburg ein wichtiger Baustein dafür, dass allen Kindern von Anfang an eine gerechte Bildungs- und Teilhabechance ermöglicht wird. Kindermitte fordert die Senatorin Bekeris und die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung dazu auf, Kita-Plus über 2026 hinaus zu verlängern und Qualität zu verankern. Hierzu braucht es eine klare Zusage im Mai 2026, um rechtzeitig die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen. Die Stadt Hamburg hat die Chance, ein funktionierendes Qualitätsprogramm zur Selbstverständlichkeit zu machen. Diese Chance ist auch eine Pflicht: gegenüber den Kindern, Familien und Fachkräften. Qualitätsabbrüche in der frühkindlichen Bildung lassen sich im Nachhinein nicht reparieren.
Kontakt:
Benedikt Hensel
040/30726090
info@kindermitte.org

