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01.07.19
Autor: Kira Stomberg
Kira Stomberg

Digitale Medien in der Kita...?!

Ob Smartphones, Tablets oder Laptops: Kinder sind von ihrem ersten Lebenstag an von verschiedensten digitalen Medien umgeben. Vor diesem Hintergrund scheint es mir sinnvoll, sich auch gerade unter der Perspektive frühkindlicher Bildung mit digitalen Medien auseinanderzusetzen. Aber gehört diese Art von Medien wirklich auch schon in die Kita?

„Digitale Medien in der Kita? Ich glaube ich spinne!“

Frühkindliche Medienbildung ist, insbesondere wenn es um die Integration von digitalen Medien in den Kita-Alltag geht, ein noch sehr umstrittenes Thema. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass digitale Medien in nahezu jedem Bereich unseres Alltags vorhanden sind. Das Smartphone als Allrounder für Fotos, Navigation und Musikplayer oder das Tablet als Bilderrahmen oder zum digitalen Lesen von Zeitungen und Büchern: Wir konsumieren Medien überall und das bekommen auch die Kinder mit.
Für viele erscheint es deshalb sinnvoll, den Kindern wenigstens in den Räumlichkeiten der Kita den „Schutz“ vor solchen Medien zu gewähren.
Betrachtet man jedoch die digital durchwirkten Erzählungen und Erfahrungen der Kinder, so wird deutlich, dass ein Schutzraum vor medienpädagogischen Angeboten nicht an der Lebenswelt der Heranwachsenden ansetzen würde. Medienthemen und -erlebnisse sind auch schon in der Kita sehr präsent, weshalb eine pädagogische Begleitung notwendig ist und die Anregung der Kreativität und Kritikfähigkeit bei der Nutzung von digitalen Medien eine ernstzunehmende Bildungsaufgabe ist.

Digitale Chancen sehen und nutzen

Es gibt viele Möglichkeiten, medienpädagogische Angebote in der Kita mit den verschiedenen Bildungsbereichen zu verknüpfen. Sowohl auf sprachbildender als auch auf kultureller Ebene finden sich viele Anknüpfungspunkte. So erweitern neben Bilderbuch-Apps für Smartphones und Tablets, auch die digitalen Audiostifte Tiptoi und Ting das klassische Buch um digitale Elemente und eröffnen interaktive Nutzungs- und Lernmöglichkeiten.


Auch die Erstellung eines Trickfilms mit dem Tablet, die Gestaltung einer Bildergeschichte mit der Digitalkamera oder die Erstellung eines Hörrätsels mit einem digitalen Aufnahmegerät eignen sich gut, um Kin-dern Sprachanlässe zu verschaffen, Geschichten zu entwickeln und sie anzuregen ihre Erlebnisse, Gefühle und Gedanken mitzuteilen.
Mit Hilfe von den verschiedenen Arten der begleitenden Mediennutzung lernen Kinder Medien schon in frühem Alter als kreatives Gestaltungs- und Ausdrucksmittel kennen und einzusetzen. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, weil sie hierbei nach und nach einen kritischen Blick erlernen, um ihre eigene Mediennutzung schon so früh wie möglich zu reflektieren.

Faszination Medien

Kinder sind fasziniert von digitalen Medien. Sie haben Spaß sie auszuprobieren und mit ihnen etwas Neues zu erkunden und zu gestalten. Genau diese Faszination kann in vielerlei Hinsicht genutzt werden, um Kindern neue Möglichkeiten des Lernens zu eröffnen und um sie gleichzeitig in ihrem kompetenten Umgang mit Medien zu fördern.
Die Medienerfahrungen, die die Kinder mit in die Kita bringen, nehme ich somit als Potenzial wahr, um sie zukunftsweisend für ein Leben in unserer mediatisierten Gesellschaft stark zu machen.

Wie steht ihr zu dem Thema der frühkindlichen Medienbildung in der Kita? Gibt es bei euch in der Kita Projekte oder Angebote mit digitalen Medien? Schreibt uns eure Meinungen und Erfahrungen gerne in die Kommentare.

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