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05.09.18
Autor: Kindermitte
Kindermitte

Die Duale Erzieherinnen-Ausbildung – Eine Verbindung von Praxis und Theorie

Mit der Kampagne „Schätze heben und Hamburgs Zukunft“ wird nicht nur auf den Beruf der Pädagogischen Fachkraft aufmerksam gemacht, sondern auch auf die Möglichkeit der dualen Erzieher-Ausbildung als Finanzierungsoption. Wir haben dies zum Anlass genommen, bei einer berufsbegleitenden Auszubildenden nachzufragen, wie ihr Ausbildungs-Alltag aussieht und welche Tipps sie für andere Interessenten hat.

Lisanne ist 23 Jahre alt und hat vor 1,5 Jahren ihre duale Ausbildung zur Erzieherin begonnen. Ihre Berufsschule, die FSP 2, wie auch ihr Praxisbetrieb, Kita Nordvind, sind beide in Hamburg Altona zu finden.

Welche Schritte muss ich vor dem Ausbildungsstart gemacht haben?

Information zu Schulen und Kitas in Hamburg, die die duale Ausbildung anbieten, findest Du durch eine einfache Google-Suche mit Schlagworten wie ‚Duale Ausbildung; Erziehen; Hamburg‘.

Um die duale Ausbildung beginnen zu können, ist es wichtig, sich parallel um einen Praxisbetrieb sowie eine Berufsschule zu kümmern. Für einen solchen Schulplatz bekommst du nur eine Zusage, wenn du von einem Praxisunternehmen eine Zugangsbescheinigung erhalten hast. Diese Bescheinigung wird der Bewerbung für die Schule beigelegt. Weitere formelle Voraussetzungen für den Start einer dualen Ausbildung lassen sich auf den Websites der Schulen finden.

Der Andrang bei den Berufsschulen steigt stetig, aber diese sorgen schon jetzt vor. An der FSP 2 wurden zum Ausbildungsstart 2018 die Klassen- wie auch die Lehreranzahl erhöht, um mehr Schüler auszubilden. Es kommt auch vor, dass einige Betriebe nicht viel mit dem dualen System anfangen können; sie sind aber oft sehr interessiert an dem Thema. Gerade vor diesen Kitas musst Du nicht zurückschrecken, weil viele bereit sind, die duale Ausbildung zu unterstützen, wenn es Interessenten gibt!

Wieso eine duale Ausbildung beginnen?

Für Lisanne war ein unschlagbarer Vorteil die betriebliche Vergütung während der dualen Ausbildung. Das Gehalt kann je nach Betrieb variieren. Anders als in der schulischen Ausbildung absolviert Lisanne kein Praktikum in der Kita, sondern ist dort schon angestellt. Nicht zu vergessen ist das perfekte Zusammenspiel von Praxis und Theorie. Viele Auszubildende schätzen es sehr, die erlebte Praxis mit in die Schule zu nehmen, um sich dort gezielt damit auseinanderzusetzen. Aber auch anders herum hat das System Vorteile. Gelernte Theorien aus der Schule können in derselben Woche umgesetzt werden. „Gerade in der Pädagogik ist es sehr wichtig, viel Praxiserfahrung zu sammeln, dies kann bei der späteren Jobsuche nur von Vorteil sein."_ Durch eine höhere Präsenszeit in der Kita können engere Beziehungen zu Kindern, Eltern und Kollegen aufgebaut werden.

Wie kann ich mir den Alltag in den Praxistagen vorstellen?

Der Praxisalltag beginnt mit der Einarbeitung oder bei sehr engagierten Kitas, wie zum Beispiel der Kita Nordvind, vorab mit einer Hospitation über ein paar Tage. Zu Anfang ist es zu empfehlen, sich mit dem Kitakonzept auseinandersetzten. Ansonsten bestehen die ersten Wochen aus vielen Erklärungen und Tipps seitens der Kollegen. Natürlich ist auch immer der Raum für Fragen oder kurze Feedback-Gespräche da. Für Lisanne war es schon nach kurzer Kennenlernphase kein Problem, sich aktiv in den Kitaalltag einzubringen. Hierbei wurde sie durch Anleitung von einer Kollegin unterstützt.

Die Arbeitszeit kann - genau wie das Gehalt - variieren. Die Schulen empfehlen 15-24 Stunden in der Woche, sodass genug Zeit für die Schule und zum Lernen bleibt. Die Auszubildenden sind 3 Tage im Betrieb und 2 Tage in der Schule. In der Regel beginnt der Arbeitstag in der Kita zwischen 8 Uhr und 9:30 Uhr und endet ca. um 16 Uhr. Neben der Arbeit am Kind fallen auch organisatorische Aufgaben an. Wer viel Engagement zeigt, kann um Freistellungszeit bitten, um bspw. Ausflüge zu organisieren und Portfolios anzulegen. Im Durchschnitt hat man 26 Tage Urlaub. Von diesen Urlaubstagen sind einige festgelegt, weil Kitas beispielsweise um Weihnachten oder im Sommer festgelegte Schließtage haben.

Wie sieht der schulische Teil der Ausbildung aus?

Nicht zuletzt spielt bei der Entscheidung für eine dualen Ausbildung auch die Schule eine entscheidende Rolle. Während der Schulzeit gibt es zwei Fächer, welche die meiste Stundenanzahl in Anspruch nehmen, Sozialpädagogisches Handeln und Entwicklung & Bildung in der Kindheit. Im fünften Semester steht eine Facharbeit über ein Thema aus der Praxis und im letzten Semester eine Prüfung im Fach Gesellschaft, Organisation & Recht an. Es werden auch Zusatz-Fächer angeboten, in welchen wir über Probleme oder Konflikte in der Praxis sprechen können.
Welche Eigenschaften sollte ich mitbringen für die Arbeit in der Kita?

Abschließend hat Lisanne noch einen Tipp für Euch:

„Auf jeden Fall gerne mit Menschen arbeiten und kommunikativ sein. Ich denke, man sollte auch dafür offen sein, sich selber zu hinterfragen, aber auch andere. Es ist eh ganz wichtig, sich mit sich selber auseinanderzusetzten, das sollte man gemacht haben bevor man sich mit Kindern auseinandersetzt. Bewerber sollten auch offen für die neuen Fächer in der Schule sein und auch Interesse haben sich im Betrieb oder in der Schule einzubringen, weil auch sehr viel eigenverantwortliches Lernen von einem verlangt wird“.

Haben wir Euer Interesse geweckt?

Auf den Websites der Stadt Hamburg findet Ihr noch weitere Informationen zur Kampagne 'Hebe Schätze und Hamburgs Zukunft'. Informationen über Job-Angebote in Hamburger Kitas findet Ihr auf unserer Kindermitte Jobseite.

Habt ihr auch schon Erfahrung mit der dualen Ausbildung? Teil diese gerne mit uns und anderen in den Kommentaren.

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