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20.01.21
Autor: Sarah Stüber
Sarah Stüber

Eltern und Kitas gemeinsam in der Pandemie

In den letzten Wochen hat die Aushandlung, wie viele Kinder in der Kita betreut werden, zwischen Eltern und Kita-Fachkräften stattgefunden. Das ist nicht richtig, denn die Aushandlung gehört eigentlich an andere Stelle.

Kitas und Eltern dürfen nicht länger gegeneinander ausgespielt werden. Sie haben gemeinsam das Wohl der Kinder im Blick – und Kinder brauchen jetzt so viel Stabilität wie möglich und so bald wie möglich wieder regulär geöffnete Kitas. Wenn Kitas jetzt zu voll sind, wird das Infektionsgeschehen aber nicht sinken. Der Lösungsweg zwischen kurzfristiger Unterstützung und mittelfristigem Rückgang der Infektionen ist gemeinsam zu finden.

Die zusätzlichen Kinderkrankentage bieten Arbeitgebern die Möglichkeit, jetzt einen Beitrag zu leisten. Eltern sollten nicht Bittsteller sein und auch nicht mit der Brechstange ihr Recht auf Kinderkrankentage durchsetzen müssen. Wenn Unternehmen gemeinsam mit Arbeitnehmer:innen die nächsten Wochen planen, können sie Lösungen finden, die für alle Entlastung bringen. Wenn Eltern die Doppelbelastung von Kinderbetreuung und Homeoffice nicht tragen müssen, dann ist die Zeit mit den Kindern zu Hause für Kinder und Eltern eine gute Zeit.

Für die Kinder, die zu Hause betreut werden, ist es so wichtig, in Beziehung mit ihrer Kita zu bleiben, von ihren Bezugspersonen zu hören oder mit ihnen digital in Kontakt zu sein. Diese Aufgabe können Kitas dann am besten gestalten, wenn sie a) in der Kita deutlich weniger Kinder betreuen und b) ein wenig im Voraus planen können, welches Kind wann in der Kita und wann zu Hause sein wird.

Auch mit den Kinderkrankentagen können wir nur für einige Wochen die Kontakte in den Kitas reduzieren. Und wir wollen ja baldmöglichst wieder allen Kindern den Zugang zu Kitas ermöglichen. Damit Kitas rasch zum Regelbetrieb zurück können fordern wir, Erzieher:innen beim Impfen prioritär zu behandeln.

Erinnert Ihr Euch nach an März/April 2020? Da haben wir gelernt, wie kreativ wir sind und welche Wege wir finden, wenn wir als Gesellschaft solidarisch handeln!

Welche Lösungen habt Ihr gefunden, um Kontakte in der Kita zu reduzieren? Was hilft, damit Eltern und Kita-Team gut miteinander im Gespräch bleiben? Welche Wege haben Unternehmen gefunden, um Eltern zu unterstützen? Was wünscht Ihr Euch für die nächsten Wochen?

Kommentare

# 20.01.21, Anna:

Eltern, Unternehmen und Kinder gemeinsam in der Pandemie… mehr von dieser lösungssuchenden, unterstützenden Sichtweise wäre eine große Hilfe in dieser Phase. Vielleicht auf LinkedIn, für den die Arbeitgeber betreffenden Anteil der Debatte?

# 20.01.21, Iris Dypka:

Danke für diesen wichtigen Blickwinkel! Diese Aufgabe ist nur gemeinsam zu schaffen und es ist eine große Leistung von allen Beteiligten wohlwollend und konstruktiv in den Dialog zu gehen und zu schauen, was nötig und was möglich ist. Familien müssen viel jonglieren - wie sehr die Erzieher*innen dabei helfen ist einfach toll!

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