Wege aus der Rosa-Hellblau-Falle: Was bleibt? 

Am 06. Oktober haben wir gemeinsam mit Sascha Verlan, Autor der "Rosa-Hellblau-Falle" über Geschlechterrollen, Gendermarketing und die Frage gesprochen: Wie viel „Rosa und Hellblau“ steckt eigentlich in unserem Alltag und was macht das mit Kindern?

34 Teilnehmende waren online dabei. Vorbereitet wurde der Abend von unseren studentischen Mitarbeitenden Michelle und Leah, die damit einen wichtigen Impuls für die gemeinsame Auseinandersetzung gesetzt haben.

Sascha Verlan machte deutlich: Die Vorstellungen davon, was „typisch Mädchen“ oder „typisch Junge“ ist, sind nicht einfach biologisch gegeben. Vor 150 Jahren waren viele dieser Zuschreibungen in dieser Form noch gar nicht vorhanden. Sie entstehen und verändern sich durch unsere Kultur und damit können wir sie auch verändern.

Das zeigt sich heute besonders deutlich im Marketing und in den Medien: Mädchen werden häufig als Puppenmamas, Prinzessinnen oder kleine Putzfeen dargestellt, Jungen dagegen als wild, stark, technisch versiert oder als Helden. Gleichzeitig werden Eigenschaften, die als „weiblich“ gelten, noch immer abgewertet – bis hin dazu, dass „Mädchen“ selbst zum Schimpfwort werden kann.

Was können wir also tun? Eine ganze Menge und zwar jeden Tag.

  • Kinder Kinder sein lassen, statt sie früh in Rollen einzuordnen.
  • Nicht immer zuerst nach den Unterschieden suchen, sondern nach dem, was Kinder verbindet.
  • Auf unsere Sprache achten – denn Sprache prägt, wie wir die Welt und uns selbst wahrnehmen.
  • Mit Kindern früh über Geschlechterbilder, Werbung und Medien sprechen und sie dafür aufmerksam und kritisch machen.
  • Ihnen möglichst viele unterschiedliche Vorbilder, Möglichkeiten und Erfahrungen eröffnen.
  • Laut werden und Firmen auf Gendermarketing aufmerksam machen

Denn wenn Rollenbilder gelernt sind, können sie auch hinterfragt und verändert werden.

Medienkoffer für die pädagogische Arbeit

Damit diese Auseinandersetzung nicht beim Gespräch bleibt, gibt es bei Kindermitte die Möglichkeit, einen Medienkoffer zum Thema Geschlechterrollen und Gendermarketing auszuleihen und gemeinsam mit Kindern zu bearbeiten.

Ihr möchtet den Medienkoffer für eure Kita oder Einrichtung ausleihen?
Meldet euch gerne bei Sina Lumpe unter sina@kindermitte.org oder schaut mal auf der Webseite von Klischee*esc nach: Medienkoffer ausleihen bei Klischee*esc

Unser Fazit von diesem Austausch: Lass Kinder Kinder sein und gib ihnen die Freiheit, selbst zu entdecken, wer sie sein möchten.

©Sketchnotes des Abend von Till Laßmann

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