Kita-Handbuch

Betriebs-Check

Wiederkehrende Prüfpflichten:

HACCP Listencheck: Temperatur Kühlschrank & Eisfach, Kontrolle Temperatur Mittagessen, Rückstellprobe Essen

Häufigkeit: Täglich

Jede Kindertageseinrichtung hat die Pflicht, den Maßnahmen- und Kontrollumfang in Abhängigkeit von der Einrichtung, der Größe der Einrichtung, der Verpflegungsart, dem Speisenangebot und den davon ausgehenden Gefahren sowie Risiken festzulegen. Es sollten dementsprechend handschriftliche Checklisten geführt zur Dokumentation geführt werden.

Grundlagen

Diverse Vorschriften, wesentlich 8. Abschnitt §§ 42-43 IfSG

Belehrungspflicht über Tätigkeits-& Beschäftigungsverbote und Mitteilungspflicht

Dokumentationspflicht für Kitas nach 7. HACCP-Grundsatz in der europäischen Verordnung VO [EG] 852/2004

Rückstellproben von jeder Mahlzeit bis zu 10 Tage im Eisfach aufbewahren inkl. Beschriftung und Datierung DIN 10526

DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder

Ausführliche Infos des Robert Koch Instituts

Prüfung elektrischer Anlagen/ FI-Schutz

Häufigkeit: Jährlich

Der Träger hat die Einrichtungen in einem guten baulichen und gepflegten Zustand zu halten. Die Einrichtungen müssen den baurechtlichen, feuerpolizeilichen, gesundheitlichen, und arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften entsprechen. Die geltende Unfallverhütungsvorschrift „Kindertageseinrichtungen“ ist zu beachten. Diese enthalten Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren für Leben und Gesundheit beim Aufenthalt in Kindertageseinrichtungen, d.h. allgemeine Bestimmungen für Bau und Ausstattungen, zusätzliche Bestimmungen für besondere Räume und Ausstattung sowie zusätzliche Bestimmungen für Außengelände).

Grundlagen

Richtlinien für den Betrieb von Kindertageseinrichtungen [2012] Punkt 2. "Standort, Bau und Ausstattung"

Unfallverhütungsvorschrift Kita DGUV Vorschrift

Wartung der Feuerlöscher

Der Arbeitgeber hat die Pflicht, die Arbeitsstätte instand zu halten und Sicherheitseinrichtungen zur Verhütung oder Beseitigung von Gefahren, insbesondere Sicherheitsbeleuchtungen, Feuerlöscheinrichtungen, Signalanlagen, Notaggregate und Notschalter sowie raumlufttechnische Anlagen, in regelmäßigen Abständen sachgerecht warten zu lassen. Bezüglich der Wartung der Feuerlöscher muss die sogenannte Feuerlöschprüfung durch eine "befähigte Person" mindestens im Abstand von 2 Jahren durchgeführt werden, z. B. Hersteller von Feuerlöschern.

Grundlagen

Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel

Häufigkeit: Jährlich

Der Arbeitgeber ist verantwortlich für die Bereitstellung sicherer ortsveränderlichen elektrischer Arbeitsmittel wie zum Beispiel Verlängerungsleitungen, Geräteanschlussleitungen, Geräte der Unterhaltungselektronik oder auch Geräte wie Kaffeemaschinen oder Wasserkocher.

Zur Erhaltung des sicheren Zustandes dieser Arbeitsmittel sind wiederkehrende Prüfungen durch eine befähigte Person erforderlich.

Grundlagen

DGUV V3 [2012]

DGUV Vorschrift 3 [ehem. BGV A3]

Wartung der Rauchmelder

Häufigkeit: Jährlich

In den Einrichtungen müssen alle Schlaf- und Aufenthaltsräume sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben.

Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird.

Grundlagen

DIN 14676, Regelung in § 45 Absatz 6 HBauO [2014]

Wartung von Rauchmeldeanlagen & Brandschutztüren

Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, die Einrichtung instand zu halten und dafür zu sorgen, dass festgestellte Mängel möglichst umgehend beseitigt werden. Können Mängel, mit denen eine dringende Gefahr verbunden ist, nicht sofort beseitigt werden, ist die Arbeit insoweit einzustellen.

Es muss regelmäßig geprüft werden, ob bauliche Anlagen so angeordnet sind, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird.

Sicherheitseinrichtungen zur Verhütung wie zum Beispiel Feuerlöscheinrichtungen, Signalanlagen, Notaggregate und Notschalter sowie lüftungstechnische Anlagen mit Luftreinigung müssen regelmäßig gewartet und auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft werden. Die Prüfungen müssen bei Sicherheitseinrichtungen, ausgenommen bei Feuerlöschern, mindestens jährlich und bei Feuerlöschern und lüftungstechnischen Anlagen mindestens alle zwei Jahre durchgeführt werden.

Grundlagen

Wasserprobe & Probe auf Legionellen bei Duschen

Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass beim Gebrauch von Trinkwasser jegliche Schädigung der menschlichen Gesundheit ausgeschlossen ist. Es muss rein und genusstauglich sein.

Sollte eine Sicherstellung einer einwandfreien Beschaffenheit des Trinkwassers erforderlich sein, kann das Gesundheitsamt anordnen, dass die Wasserversorgungsanlage der Einrichtung untersucht wird und dass Wasserproben genommen werden.

Sollte eine Verunreinigung festgestellt werden, sind entsprechende Maßnahmen zu treffen, um diese zu beseitigen.

Grundlagen

Großer Basis-Check für die Einrichtung:

Überprüfung der baurechtlichen Erfordernisse, Check Sicherheitsinstallationen, Außengelände, LUK, BGW & Feuerwehr

Der Träger hat die Einrichtungen in einem guten baulichen und gepflegten Zustand zu halten. Die Einrichtungen müssen den baurechtlichen, feuerpolizeilichen, gesundheitlichen, und arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften entsprechen. Die geltende Unfallverhütungsvorschrift „Kindertageseinrichtungen“ ist zu beachten. Diese enthalten Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren für Leben und Gesundheit beim Aufenthalt in Kindertageseinrichtungen, d.h. allgemeine Bestimmungen für Bau und Ausstattungen, zusätzliche Bestimmungen für besondere Räume und Ausstattung sowie zusätzliche Bestimmungen für Außengelände).

Grundlagen

Aushangpflichtige Gesetze in Kindertageseinrichtungen

In Kindertageseinrichtungen sind festgelegte Bestimmungen des Arbeitsrechts auszuhängen bzw. auszulegen, damit die Fürsorgepflicht erfüllt wird und Geldbußen und etwaige Schadensersatzansprüche der Beschäftigten vermieden werden. Verantwortlich für den Aushang der aktuellen Vorschriften sind die Leitungen der Einrichtung. Alle Beschäftigten müssen sich jederzeit über ihre Rechte am Arbeitsplatz informieren können.

Grundlagen

Ausgelegt werden kann bspw. das Buch vom Walhalla Fachverlag: "Aushangpflichtige Gesetze 2019 Kindertageseinrichtungen")

Kinderschutzkonzept überprüfen und mit Mitarbeitern sprechen

Häufigkeit: Jährlich Neueinstellung Ohne Verzug

Anlage VII des Landesrahmenvertrags enthält die Rahmenvereinbarungen zum Schutzauftrag der Kinder- und Jugendhilfe gemäß §§ 8a Abs. 4 und 72a Abs. 2 u. 4 SGB VIII. Nach § 13 LRV verpflichten sich Kindertageseinrichtungen zum Schutz von Kindern, d. h. sie ergreifen die zum Schutz von Kindern erforderlichen Maßnahmen entsprechend der Rahmenvereinbarungen zum Schutzauftrag der Kinder- und Jugendhilfe gemäß § 8a und 72a SGB VIII. Die Träger haben die Aufgabe ein Umsetzungskonzept zu entwickeln, um die pädagogischen Fachkräfte zu unterstützen. Aus dem Konzept soll hervorgehen, nach welchem Verfahren das Gefährdungsrisiko abgeschätzt wird, inwieweit erfahrene Fachkräfte einbezogen, Eltern beteiligt und welche eigenen Maßnahmen zum Schutz der Kinder zu welchem Zeitpunkt ergriffen werden. Weiterhin muss benannt werden, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Form das zuständige Jugendamt beteiligt wird. Die Kooperation mit dem zuständigen Jugendamt (ASD) ist in Anlage II des Landesrahmenvertrages beschrieben.

Grundlagen

-§§ 8a Abs. 4 und 72a Abs. 2 u. 4 SGB VIII

Formulare

Schließzeiten bekanntgeben und Notgruppenregelung organisieren

Nach § 2 LRV "Leistungsarten und Betreuungsumpfang" bietet der Träger die Leistung 52 Wochen im Jahr an. Er kann die Tageseinrichtung 4 Wochen im Jahr schließen, sofern dieses in den Betreuungsverträgen vereinbart wurde. In der Schließzeit muss ein Betreuungsangebot für die Kinder bereitgestellt werden, die nicht von den Personsorgeberechtigten betreut werden können. Für diese sog. Notbetreuung können Kooperationen mit umliegenden Trägern genutzt werden. Nach unserer Rechtsauffassung entsprechen vier Wochen bei einer regulären Öffnungszeit von Montag bis Freitag 20 Tagen, die auch auf mehrere Wochen verteilt werden können.

Außerdem darf jede Tageseinrichtung pro Jahr für drei pädagogische Schließtage den Betrieb einstellen, ohne für eine Notbetreuung zu sorgen. Der dritte Tag ist ausdrücklich für die Qualitätsentwicklung zu verwenden.

Grundlagen

Verbandbuch - Meldeblock zur Dokumentation von Erste-Hilfe-Leistungen

Häufigkeit: Ohne Verzug

Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Einrichtung sind aufgefordert ein Verbandbuch/Unfallbuch zu führen und jegliche Form von Erste-Hilfe-Leistungen zu notieren. Das Führen eines Verbandbuchs schützt Erzieher und Träger und ermöglicht Kindern und Eltern den Rückgriff auf die jeweilige Unfallkasse.

Grundlagen Formulare

Arbeitssicherheit & -medizin:

Betriebsarzt & Fachkraft für Arbeitssicherheit

In der Grundbetreuung unterstützen der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit den Arbeitgeber in der Erfüllung der festgelegten Pflichten des Arbeitsschutzgesetzes.

Dabei entstehen nach der DGUV 2 folgende Aufgabenfelder:

  • Unterstützung bei:
    • Gefährdungsbeurteilung (Analyse der Gefahrenpotenziale im Betrieb)
    • Verhältnisprävention (Maßnahmen Arbeitsumgebung/-bedingungen)
    • Verhaltensprävention (Maßnahmen Personal)
    • Schaffung einer geeigneten Organisation und Integration in die Führungstätigkeit
  • Untersuchung nach eingetretenen Ereignissen (z.B. Unfälle)
  • Beratung von Arbeitgebern und Führungskräften, betrieblichen
    Interessensvertretungen sowie Beschäftigten
  • Erstellung von Dokumentation, Erfüllung von Meldepflichten
  • Mitwirkung in betrieblichen Besprechungen
  • Selbstorganisation

Die Aufgabenfelder mit ihren möglichen Aufgaben werden im Anhang 3 der DGUV 2 näher beschrieben.

Für die Berechtigung der Tätigkeit als Betriebsarzt muss der Arzt die Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“ oder der Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ führen. In Kitas ist der Betriebsarzt u.a. für die Pflichtvorsorge G42 zuständig.

Fachkräfte für Arbeitssicherheit können Sicherheitsingenieure, -techniker, oder -meister sein.

Grundlagen

Unfallverhütungsvorschrift (DGUV Vorschrift 2)

Formulare

Handout Arbeitsmedizin

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Häufigkeit: Mind. alle 2 Jahre Neueinstellung

Pädagogisches Personal muss vor der Einstellung und anschließend in regelmäßigen Abständen an der Pflichtvorsorge G42 teilnehmen.

Grundlegende Fragen zur Arbeitsmedizin und der arbeitsmedizinischen Vorsorge haben wir in unserem Handout zusammengefasst.

Formulare

Handout Arbeitsmedizin

Gefährdungsbeurteilung

Häufigkeit: Ohne Verzug

Der Arbeitgeber muss die Gefährdungen, die für Beschäftigte im Zusammenhang mit ihrer Arbeit entstehen, ermitteln und entsprechende Maßnahmen des Arbeitsschutzes ergreifen. Diese werden in der Gefährdungsbeurteilung festgehalten. Gefährdungen können sich ergeben bei/durch:

  • Gestaltung und Einrichtung des Arbeitsplatzes
  • physikalische, chemische und biologische Einwirkungen
  • Gestaltung, Auswahl und Einsatz von Arbeitsmittel, insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie den Umgang damit
  • Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit und deren Zusammenwirken
  • unzureichender Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten
  • psychischer Belastung bei der Arbeit.

Der Arbeitgeber wird bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung durch den Betriebsarzt, die Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebs- oder Personalräten, sowie ggf. der Einrichtungsleitung und Sicherheitsbeauftragten, unterstützt.